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Hengstselektion in Glovelier 2005


Hengstselektion 2005 des Schweizerischen Freibergerzuchtverbandes

Das Berner Oberland auf dem Siegerpodest: Bravo!

Erste Vorstellung
An diesem Mittwoch, dem 12. Januar, kamen die ersten Fahrzeuge schon früh im Morgengrauen in Glovelier an. Es war noch dunkel, als die Mitglieder der Expertenkommission, die Herren Theurillat, Kuenzli und von Allmen, und die ersten Zuschauer auf dem Wettbewerbsplatz bereitstanden. Der Ansager Henri Spychiger gab den Tagesablauf und Wichtiges über die Beurteilung der Pferde bekannt. Er teilte insbesondere mit, dass die Pferde mit zuviel weisser Farbe bestraft werden, und dass einzig 15 bis 18 Hengste für den Stationstest ausgewählt werden. Jetzt waren wir im Bild! Gleichzeitig kündigte er den ersten Hengst an, Carlo von Clé d'Or/Rivarol mit 0% Fremdblut, der schon vor den Richtern zur Beurteilung bereit stand. Die Umrisse des dunkelbraunen Pferdes waren in der frühen Morgendämmerung kaum erkennbar. Sieben Basis-Hengste, vier davon mit 0% Fremdblut, wurden zuerst der Jury vorgeführt. Total wurden 65 der 70 angemeldeten dreijährigen Hengste und 2 vierjährige Hengste den Experten vorgestellt. Letztere mussten zügig arbeiten, um die erste Vorstellung vor dem Mittag beenden zu können.

Die Organisation war wie üblich perfekt und der Vorführungsplatz sehr gut eingerichtet. Zum ersten Mal fand in diesem Jahr das Mittagessen mit dem offiziellen Teil in der grossen Mehrzweckhalle von Glovelier statt.

Orientierung über das Projekt zum Erhalt der Basis-Pferde und der gefährdeten Hengstlinien
Am Stand des Schweizerischen Freibergerzuchtverbandes und des Nationalgestüts Avenches wurde über letzte Neuheiten informiert und besonders über das Projekt zum Erhalt der Basis-Pferde und der gefährdeten Hengstlinien. Das Projekt wurde vom Ansager während des ganzen Tages in regelmässigen Abständen der zahlreichen Öffentlichkeit vorgestellt. Am Informationsstand hat dieses Projekt die Neugier und das Interesse zahlreicher und sogar von französischen Züchtern geweckt. Die positive Einstellung der Züchter zu diesem Thema ist ein gutes Zeichen, denn der Fortbestand der Freiberger-Rasse ist in ihren Händen.

Die Tatsache, dass 9 Hengstlinien in Glovelier präsentiert wurden, war kein Zufall. Der Hengst Ravel, der seit einigen Jahren in der Wiege der Freiberger-Zucht stationiert ist, wird ohne Zweifel zum Erhalt der R-Linie beitragen. Besonders für die Mitglieder der IG OFM ist das Interesse am Erhalt einer grossen genetischen Vielfalt erfreulich, welches plötzlich von erfahrenen Züchtern gezeigt wird, welche in diesem Jahr erfolgreich Basis-Hengste oder solche aus bedrohten Linien vorstellten. Es kann nämlich nicht jeder einfach so Hengstaufzüchter werden.

Die Linien L (22 Anwärter), und N (Noé) (16 Anwärter), haben die Vorführung klar beherrscht. Die gefährdeten Linien D (Drapeau), E, R und V waren immerhin vertreten. Davon hatte nur die D-Linie (Drapeau) keinen Erfolg. Leider hatten dieses Jahr zwei stark bedrohte Linien D (Doktryner) und N (Nelson) keinen Vertreter in Glovelier.

Zweite Vorstellung
Während der Mittagspause wurde am Eingang der Vorstellungsbahn die Liste der 37 Hengste angeschlagen, welche die Jury nicht für die zweite Vorstellung am Nachmittag vorgesehen hatte. Darunter waren auch die zwei vierjährigen Hengste. Pünktlich wie am Morgen nahm die Kommission um vierzehn Uhr ihre Arbeit wieder auf. Die Zuschauermenge war gross und die Temperatur für die Jahreszeit sehr angenehm. Von den 30 Hengsten, die der Jury erneut vorgeführt wurden, haben achtzehn 18 Punkte und mehr erhalten und sind also für den vierzigtägigen Stationstest in Avenches ausgewählt worden. Die folgenden zehn Hengste haben die Auswahl für Avenches mit Punktzahlen zwischen 17.17 und 17.67 nur knapp verpasst.

Libéro, Ravel und Noble Coeur haben jeder zwei ausgewählte Söhne. Die anderen ausgewählten Hengste haben alle unterschiedliche Väter. In den letzten Jahren war es nicht ungewöhnlich vom Hengst Hendrix (3.13% Fremdblut) mehrere Söhne ausgewählt zu sehen. Dieses Jahr ist nur ein Sohn von Hendrix vorgestellt und ausgewählt worden. Hendrix zeichnete sich eher als Grossvater aus. Von fünf seiner Nachkommen - von vier Töchtern und einem Sohn - wurden Söhne ausgewählt.
Aus den Linien Q (4 Anwärter) und D (Drapeau, 1 Anwärter) wurde kein Hengst zur zweiten Vorführung zugelassen.

Rang 1: Vitali (ex-Valentin) von Vaucluse/Hello/Qui-sait mit den Noten 9/7.67/8
Vitali ist in Typ und Farbe ein sehr edles Pferd, zeigt hervorragende Gänge und wirkt sehr gefällig. Mit der Höchstnote 9 für den Typ hat er einen sehr grossen Abstand zu den folgenden Klassierungen erreicht. Die Zuschauer und vor allem die Fans aus dem Berner Oberland haben dieses Ergebnis mit einem lebhaften Beifall aufgenommen. Der Eigentümer von Vitali, Heinz Schwarz aus Zweisimmen, war glücklich. Dieser traditionell durch einen Jurassier besetzte erste Rang belohnt die Ausdauer dieses Züchters aus dem Berner Oberland.

Rang 2: Erode (ex-Emue) von Eclar/Hendrix/Romarin mit den Noten 8/8/8
Erode ist der einzige Hengst mit Note 8 in den drei Positionen. Es ist ein sehr mächtiges Pferd mit 6.25% Fremdblut. Er verkörpert die typische Vielseitigkeit des Freibergers. Sein Eigentümer ist Pierre Koller aus Bellelay, der zwei andere Hengste punktgleich auf dem 5. Rang klassifizieren konnte.

Rang 3: Nasch du Peupé von Noble Coeur/L'As de Coeur/Va-et-vient mit den Noten 7.33/7/8
Nasch du Peupé ist einer der beiden ersten Söhne von Noble Coeur, welche für Avenches ausgewählt wurden. Er ist ein sehr elegantes Pferd mit guten Linien, das sehr gute Gänge zeigt. Sein Eigentümer und Züchter, Denis Boichat, ist Hengsthalter in Peupéquignot, Le Noirmont. Er besitzt ebenfalls den Hengst Noble Coeur und war Eigentümer von L'As de Coeur, Vater bzw. Grossvater von Nasch du Peupé.

Zwei Basis-Hengste, einer davon mit 0% Fremdblut, ebenfalls unter den ausgewählten Hengsten
Cosimo (ex-Clémenceau, 0% Fremdblut, Clémenceau/Jouvet/Damien) konnte sich mit den Noten 6.67/5/6.5 auf dem 17. Platz klassieren. Dieser Basis-Hengst ist ein Pferd mit guten Qualitäten und vertritt die C-Linie. Er gehört R. + S. Kathriner-Leuenberger aus Römerswil LU.

Auf dem 18. Platz wurde mit den Noten 6.33/5/6.67 der Hengst Eiffel (ex-Titanic, 0.78% Fremdblut, Eiger/Hendrix/Estragon) rangiert. Dieses dunkelbraune Pferd ist ein würdiger Vertreter des Original Freibergers. Der Hengst ist bereits letzten Herbst in Bellelay bei der Vorführung für junge Pferde im Rahmen des Projekts zum Linienerhalt aufgefallen. Er hatte zu diesem Zeitpunkt dort die Noten 7/6/7 erhalten. Sein Eigentümer und Züchter ist Germain Hulmann, Chez-Basuel, Montmelon.

Alle diese Hengste haben die Prüfung noch nicht bestanden. Sie müssen zuerst den 40tägigen Stationstest in Avenches schaffen, um im Stud-Book aufgenommen zu werden.

Schlussfolgerung
Die 18 gewählten Hengste sind - wie es der Präsident der Kommission, Herr André Theurillat, hervorgehoben hat - von sehr guter Qualität. Die Selektion ist streng in Anbetracht der grossen Arbeit, welche die Züchter für die Vorstellung von guten Pferden in Glovelier leisten. Für den Züchter ist die Grenze zwischen der Zufriedenheit bei der Auswahl seines Pferdes und der Enttäuschung bei dessen Ablehnung schnell überschritten. Jedoch haben die Züchter begriffen, dass Glovelier nicht nur eine Auswahl künftiger Hengste ist, sondern auch eine gute Plattform für die Vermarktung guter Pferde abgibt. Wie wäre sonst die konstante Erhöhung der Anzahl der Einschreibungen für diesen Anlass zu erklären? Glovelier ist ein unumgänglicher Meilenstein für die Wahl der künftigen Hengste und muss das auch bleiben. Eine frühere Vorauswahl der Hengstanwärter, wie einige das vorschlagen, wäre für die jungen Pferde in voller Entwicklung nicht vernünftig. Man muss nur die Ergebnisse der Schau von Bellelay im September mit jenen von Glovelier vergleichen, um sich dessen bewusst zu werden. Ausserdem würde damit der Anlass in Glovelier an Spannung verlieren.

Die Expertenkommission hat sehr gut gearbeitet. Sie konnte die guten Anwärter wählen und gleichzeitig eine grosse Linienvielfalt und den Erhalt der Basis-Pferde im Auge behalten. Handelt es sich bereits um die ersten Ergebnisse des Projekts zur begleiteten Paarung, welches in gemeinsamer Arbeit durch den SFZV, das Nationalgestüt, Pro Specie Rara und die IG OFM ausgearbeitet wurde? Mit grosser Anerkennung möchten wir betonen, dass das intensive Engagement des Nationsgestüts und dessen Direktors P.A. Poncet eine wesentliche Rolle bei der Verwirklichung dieses Projektes gespielt hat. Diese Aktion ist zeitlich begrenzt und wird also wieder zu Ende gehen. Jedoch wird es wichtig bleiben, in der Freibergerzucht weiterhin auf einer soliden Basis aufzubauen. Deshalb danke ich im Namen der IG OFM besonders den Züchtern, die sich mit ihrem Wissen für die Aufrechterhaltung einer grossen genetischen Vielfalt des Freibergerpferdes einsetzen.

Text: Jean-Pierre Graber, Übersetzung: Stefanie Meier

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Resultate der Hengstselektion in Glovelier 2005

Die 18 ausgewählten Hengste repräsentieren die folgenden 7 Linien: L, N (Noé), H, E, R, V und C.

L (Lambswool, Libéro, Legato)4
N (Noble Coeur, Nagano, Naguar)4
H (Hendrix, Havane, Harison)3
E (Eclar, Eiger)2
R (Ravel)2
V (Vaucluse, Vulcain)2
C (Clémenceau)1



Anzahl Hengste vorgeführtBeurteilung der Hengste
Fremdblut< 10%10 - 20 %> 20%Nicht selektiertSelektiert (Anzahl, %)
0.0%4

3125.0%
0.1-1.9%3

2133.3%
2-4%3

300.0%
4-10%18

10844.4%
10-20%
17
14317.6%
> 20%

2015525.0%
Total281720461627.7%
Abbildung 1: Vorgeführte und selektierte Hengste und deren Fremdblutanteile.

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Fotos der Hengstselektion in Glovelier 2005


Vitali (Vaucluse/Hello/Qui-sait), 1. Rang


Erode (Eclar/Hendrix/Romarin), 2. Rang


Harding (Harison/Haïti/Consul), 4. Rang


Régisseur (Ravel/Lucky Luke/Cyprien), 7. Rang


Ruby des Aiges (Ravel/Hendrix/Estafette), 15. Rang


Cosimo (Clémenceau/Jouvet/Damien), 17. Rang


Eiffel (Eiger/Hendrix/Estragon), 18. Rang

Fotos: Vreni Eschbach

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Interessengemeinschaft zur Erhaltung
des Original Freiberger Pferdes